Sachausschuss Mission, Entwicklung, Frieden

    Der Sachausschuss Mission, Entwicklung, Frieden (MEF) steht zur Zeit mit 7 Stationen in Afrika, Südamerika und auf den Philippinen regelmäßig in Verbindung. Wir erfahren so immer wieder von Leid in vielfältiger Form. Die Zahl der Aidswaisen steigt in vielen Teilen Afrikas dramatisch, es werden Mittel für Schulgeld, Lebensmittel und Medikamente benötigt. Aber auch Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Dabei ist auch der Verkauf von fair gehandelten Eine-Welt-Waren nicht zu vergessen!

    Im Jahr 2005 blickte der Sachausschuss Mission-Entwicklung-Frieden (MEF) auf sein 30-jähriges Bestehen zurück. Ein Höhepunkt bei den Veranstaltungen zu diesem Ereignis war sicherlich der Besuch des Erzbischofs von Hyderabad, Marampudi Joji aus Indien, im Oktober 2005.

    Tief ergreifend berichtete der Erzbischof insbesondere von den Dalits, den "unberührbaren", den kastenlosen Menschen in Indien. Er selbst entstammt dieser geächteten Bevölkerungsgruppe und er hat es sich zu einer seiner Hauptaufgaben gemacht, sich für die Rechte dieser Menschen einzusetzen. Dabei wollen wir ihn auch weiterhin unterstützen.

    Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Spendern und allen, die sich bei unseren Aktionen und Veranstaltungen engagiert haben, bedanken. Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass unsere Spenden in voller Höhe tatsächlich bei den betroffenen ankommen. Um dies sicher zu stellen, stehen wir immer wieder mit den jeweiligen Verantwortlichen aller Projekte persönlich, per Brief, per Fax oder per E-Mail in Verbindung. Zu den einzelnen Projekten haben wir nähere Informationen zusammengestellt, die Sie hier abrufen können.

    Im folgenden sind alle Projekte aufgelistet, die wir seit Anfang 2004 unterstüzen konnten.

    April 2012 300 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien
    für ein dringend benötigtes neues Transportfahrzeug
    April 2012 500 Euro Für die Anliegen von Pfarrvikar Antony Koottummel in seiner Heimatdiözese in Indien
    Januar 2012 10000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    u.a. Erlös des 8. Amberger ULTRA-Laufs
    November 2011 1000 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    November 2011 1000 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    November 2011 1000 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    November 2011 1000 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    August 2011 900 Euro An MISSIO - Internationales Katholisches Missionswerk – für Ostafrika
    Mai 2011 500 Euro Für die Anliegen von Pfarrvikar Antony Koottummel in seiner Heimatdiözese in Indien
    Dezember 2010 800 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    Dezember 2010 800 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2010 800 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2010 800 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    November 2010 4000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    Erlös des 7. Amberger ULTRA-Laufs
    Oktober 2010 823 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien
    anlässlich des Besuchs der Musikgruppe Sacambaya aus Bolivien
    Juni 2010 850 Euro Für die Arbeit von Pater Vinzenz Maidhof in einem Internat in Kolumbien
    Februar 2010 431 Euro Für die Erdbebenopfer auf Haiti
    (Erlös der Faschingskrapfenaktion)
    Februar 2010 700 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    Februar 2010 700 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2009 700 Euro Für die Arbeit von Pater Vinzenz Maidhof in Kolumbien
    Dezember 2009 430 Euro Für die Arbeit von Bischof Pierre-André Dumas auf Haiti
    (Spenden anlässlich seines Besuchs in der Pfarrei St. Michael)
    November 2009 5000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    Erlös des 6. Amberger ULTRA-Laufs
    Oktober 2009 700 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    Oktober 2009 700 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    Juli 2009 680 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter (aus der Kollekte des Jugendgottesdienstes beim Amberger Bergfest)
    Februar 2009 1000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    Februar 2009 500 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    November 2008 1500 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    aus dem Erlös des 5. Amberger ULTRA-Laufs
    November 2008 500 Euro Kinderhospiz Löwenherz in Syke
    aus dem Erlös des 5. Amberger ULTRA-Laufs
    Juni 2008 600 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    Juni 2008 500 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    Juni 2008 500 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    Juni 2008 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien (Erlös des Bücherflohmarkts)
    Januar 2008 1000 Euro Schulprojekt in Kamerun
    Dezember 2007 1000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    aus dem Erlös des 4. Amberger ULTRA-Laufs
    Dezember 2007 1000 Euro Kinderhospiz Löwenherz in Syke
    aus dem Erlös des 4. Amberger ULTRA-Laufs
    Dezember 2007 500 Euro Für das Projekt "Schulbildung für Dalit-Kinder" von Erzbischof Marampudi Joji aus Hyderabad in Indien
    Dezember 2007 500 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2007 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien
    August 2007 1548 Euro Agua de Dios und Granada in Kolumbien
    April 2007 600 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    April 2007 600 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    April 2007 600 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien (Erlös des Bücherflohmarkts)
    März 2007 500 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    Dezember 2006 800 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    November 2006 2500 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen) Erlös aus dem 3. Amberger ULTRA-Lauf
    November 2006 900 Euro Agua de Dios und Granada in Kolumbien
    Oktober 2006 800 Euro Für das Projekt "Schulbildung für Dalit-Kinder" von Erzbischof Marampudi Joji aus Hyderabad in Indien
    Juli 2006 800 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    April 2006 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien (Erlös des Bücherflohmarkts)
    April 2006 800 Euro Für das Projekt "Schulbildung für Dalit-Kinder" von Erzbischof Marampudi Joji aus Hyderabad in Indien (private Spende)
    März 2006 800 Euro Lepraort Agua de Dios in Kolumbien
    März 2006 500 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    Erlös aus dem Benefizkonzert mit "Love like an Elephant"
    Januar 2006 500 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    Januar 2006 800 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    Januar 2006 800 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    November 2005 3215 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    Erlös aus dem 2. Amberger ULTRA-Lauf
    Oktober 2005 482 Euro Für Projekte von Erzbischof Marampudi Joji aus Hyderabad in Indien
    Juli 2005 800 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    Spenden aus der Bergfestkollekte des Jugendtags
    Juli 2005 800 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    Spenden aus der Bergfestkollekte des Jugendtags
    April 2005 500 Euro Stiftung für Aidswaisenkinder in Arusha (Tansania) von Br. Peter Hötter
    April 2005 500 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    April 2005 1000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    März 2005 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien
    März 2005 1000 Euro Shungu dzeVana Trust in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2004 800 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe)
    Dezember 2004 1100 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    November 2004 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien
    September 2004 1250 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    September 2004 500 Euro House of Adoration von Sr. Ruth Klein in Harare (Simbabwe) (private Spende)
    August 2004 3650 Euro Lepraort Agua de Dios in Kolumbien
    Mai 2004 1000 Euro "hayag" Lebenshilfeprojekt für minderjährige Mädchen in Cebu (Philippinen)
    April 2004 500 Euro Emerald Hill Children´s Home in Harare (Simbabwe)
    April 2004 500 Euro Kulturzentrum Ayopayamanta in Bolivien


    Wenn Sie etwas für unsere Missionsarbeit oder auch für spezielle Projekte spenden wollen, können Sie dies jederzeit im Pfarrbüro tun.

    Nähere Infos bei:
    Markus Mußemann, E-mail: MarkusMussemann@gmx.de
    Vorsitzender des Sachausschusses Mission-Entwicklung-Frieden



    Im Jahr 2005 konnte der Sachausschuss MEF auf sein 30-jähriges Bestehen zurück blicken. Im Rahmen dieses Ereignisses besuchte ein indischer Erzbischof im Oktober die Pfarrei St. Michael und berichtete aus seiner Heimat:

    Ein Dalit-Erzbischof aus dem fernen Indien besuchte St. Michael -
    Sachausschuss Missions-Entwicklung-Frieden feierte sein 30-jähriges Jubiläum

    Erzbischof Marampudi Joji In Vorbereitung auf den Weltmissionssonntag am 23. Oktober, der in diesem Jahr auf die Situation der Dalits in Indien aufmerksam machen will, empfing die Pfarrgemeinde St. Michael vergangenen Mittwoch Abend einen nicht alltäglichen Gast. Erzbischof Marampudi Joji von Hyderabad in Zentralindien feierte zunächst zusammen mit Stadtpfarrer Peter Nußbaum einen Gottesdienst in der Pfarrkirche der musikalisch von der Gruppe Cababana gestaltet wurde. Anschließend hielt er einen Vortrag im vollbesetzten Clubraum, bei dem die "Dalits" im Mittelpunkt standen.

    Dalits, so nennen sich die Menschen der niedrigsten indischen Kaste selbst. Übersetzt bedeutet dieses Wort die Zerbrochenen, die Unterdrückten. Es handelt sich um die Menschen, die aus der indischen Gesellschaft ausgestoßen werden, denen Schulbildung versagt bleibt und die an den Rand der Städte gedrängt werden. Etwa 240 Millionen Inder, fast ein viertel der Bevölkerung, gehört dieser "offiziell registrierten Kaste", wie sie von anderen Indern genannt wird, an. Vor dem Gesetz gibt es das Kastensystem nicht mehr, die Realität in Indien sieht jedoch anders aus.

    Dies konnte der Erzbischof aus eigener Erfahrung berichten, denn er selbst gehört den Dalits an. Auch ihm war es versagt zur Schule zu gehen. Von außerhalb des Klassenraums habe er als Kind dem Unterricht gelauscht. Später schaffte er es zur Schule, auf das Collage und auf die Uni zu gehen, er musste jedoch stets nebenbei arbeiten, und nur ein Stipendium von Missio ermöglichte es ihm Priester zu werden.

    Es sei problematisch gewesen einen Dalit als Priester zu akzeptieren, erzählte Marampudi Joji weiter. Denn auch in der indischen katholischen Kirche werden Dalits keineswegs als gleichwertig angesehen. In den Kirchen müssen sie stets hinter allen anderen bleiben und dürfen nur auf dem Boden sitzen, während die Bänke nur für Christen höherer Kasten reserviert sind. Doch Marampudi Joji blieb stets ein Anführer der Dalits. 1992 wurde er zum Bischof geweiht und schließlich im Jahr 2000 zum Erzbischof von Hyderabad ernannt.

    Marampudi Joji ist damit der erste Dalit-Erzbischof überhaupt in der katholischen Kirche. Mit "Skandal des Kreuzes", "Skandal in der Kirche" betitelte die Presse Indiens seine Ernennung zum Erzbischof. Für die indische Kirche und Gesellschaft ist es auch heute noch völlig unakzeptabel und undenkbar, wie ein Dalit Erzbischof werden konnte. Nur wenige Prozent des gesamten Klerus in Indien sind Dalits, jedoch gehören zwei Drittel aller indischen Christen zu ihnen. Durch die Kirche Indiens gehe ein gewaltiger Riss, so Marampudi Joji. Auch in der indischen Bischofskonferenz werde der Erzbischof nach eigener Aussage kaum beachtet.

    Das sich aber das Kastensystem sogar unter Indern, die in Deutschland leben fortsetzt, zeigte der Leiter der Arbeitsstelle Weltkirche Regensburg Hagen Horoba auf, der den Erzbischof zusammen mit einem Mitarbeiter von Missio München begleitete. In Vorbereitung des Besuchs habe er ca. 25 indische Priester in der Diözese angeschrieben und zur Conzelebration und Begegnung mit dem Erzbischof eingeladen. Kein einziger sei gekommen, aber jetzt sei ihm der Grund dafür klar geworden, und Erzbischof Joji bestätigte diese Vermutung. Sie seien nicht gekommen, weil er Dalit ist, so der Erzbischof. Echte Christlichkeit und Kastensystem seien jedoch miteinander nicht vereinbar, doch den Indern liege das Kastensystem regelrecht in den Venen.

    Der Erzbischof hatte mit seinen Ausführungen das Interesse aller Zuhörer geweckt, was eine Vielzahl von Fragen zeigte, die nach seinem Vortrag gestellt wurden. Doch sollte es tatsächlich so sein, dass indische Priester in Deutschland den Kontakt zu Erzbischof Joji aufgrund seiner Dalit-Herkunft meiden, dann hätte die Kirche einen echten Skandal.

    Der Besuch des Erzbischofs, der gemeinsam mit der Arbeitsstelle Weltkirche Regensburg, Mission München und der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach organisiert wurde, war gleichzeitig auch der Höhepunkt der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Sachausschusses Mission-Entwicklung-Frieden der Pfarrei St. Michael. Seinen Ausklang findet diese Feier am Weltmissionssonntag, wenn der Sachausschuss den Gottesdienst um 10.30 Uhr gestalten wird, und anschließend zum Mittagessen ins Pfarrzentrum einlädt.

    Klick mich und ich werde gross... Klick mich und ich werde gross... Klick mich und ich werde gross... Klick mich und ich werde gross...
    Autor und Foto: Markus Mußemann, 15.10.2005