Agua de Dios / Kolumbien

    Agua de Dios Bereits seit vielen Jahren leitet der Salesianerpater Vinzenz Maidhof zusammen mit zwei Mitbrüder die seelsorgerische Arbeit in dem kolumbianischen Aussetzigendorg Agua de Dios. Erst seit Anfang letzten Jahrhunderts ist dieser Ort für Nichtkranke überhaupt zugänglich. Diesen Ort zu betreten bedeutete früher, nicht mehr das eingezäunte Gebiet verlassen zu dürfen. Kontakt mit den dort lebenden war nur über die sogenannte "Seufzerbrücke" möglich, die man noch heute auf dem Weg von Agua de Dios nach Bogota überqueren muss.

    Heute leben rund 11000 Menschen in dem Dorf. Etwa 1500 von Ihnen sind an Lepra erkrankt und werden zum Teil in Hospizen behandelt, andere leben zusammen mit ihren Familien in der Dorfgemeinschaft. Die wirtschaftliche Lage der Bewohner ist in den meisten Fällen sehr angespannt. Die an Lepra erkrankten Menschen bekommen eine staatliche Rente von umgerechnet etwa 100 Euro im Monat, diese ist jedoch nicht ausreichend, um eine Familie zu ernähren. Für die gesunden Menschen gibt es nicht genug Arbeit.

    Auch im übrigen Land herrscht große Arbeitslosigkeit. Nur etwa 20% der Bevölkerung verdient mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von rund 100 Euro. Sogar für einfache Hilfsarbeitertätigkeiten ist meist der Abschluss eines Gymnasiums Voraussetzung. In der 110 km von Agua de Dios entfernten Hauptstadt Bogotá sind Taxifahrer mit Doktortitel keine Seltenheit, erzählte Maidhof aus eigener Erfahrung, bei seinem letzten Besuch in der Pfarrei St. Michael im August 2004. Bei dieser Gelegenheit berichtete der Pater auch von der angespannten politischen Lage des Landes. Im Moment sei es relativ ruhig, die Macht der Guerilleros und Paramilitärs, die praktisch die gesamte Drogenszene beherrschen, ist jedoch ungebrochen. Die sogenannten "Labors" in Mitten des Urwaldes, in denen hochreines Kokain hergestellt wird, gibt es immer noch, so der Pater.

    Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit betreibt Pater Maidhof eine Viehzucht mit Schweinen, Kühen und Hühnern. Dadurch finanziert er die Gehälter seiner Angestellten, von der Pfarrsekretärin bis zur Pflegekraft eines pflegebedürftigen Mitbruders. Maidhof berichtete den Gemeindemitgliedern von St. Michael bei seinem Besuch im August 2004 in einer Predigt in der Pfarrkirche von seinen Tätigkeiten in Kolumbien.

    Pater Maidhof bei seinem Besuch im August 2004
    August 2004 August 2004
    v.l.n.r.: Judith Ossowicki, Markus Mußemann, Pfarrer Nußbaum, Pater Maidhof und Petra Franz v.l.n.r.: Alfred Fichtl, Pater Maidhof und Marianne Fichtl

    Gerne stellen wir Ihnen mehr Informationen über Pater Vinzenz Maidhof und den Lepraort Agua de Dios zur Verfügung. Wenden Sie sich dazu bitte direkt an den Missionsausschuss.



    Nachricht von Pater Maidhof aus Kolumbien

    Dezember 2011

    Liebe Mitglieder der Pfarrei St. Michael!
    Vor einem Jahr im Juni-Juli 2010 haben wir in Kleinheubach und anderswo mein 40. Priesterjubiläum gefeiert. Ich habe noch sehr viele und gute Erinnerungen daran, sowohl was das Spirituelle als auch was das Menschliche, die Begegnungen anbelangt. Ihr alle wart wieder speziell großzügig mit Euren Spenden. So ist die Erweiterung des Schweinestalls fertig und auch der Hühnerstall. Das Wichtigste von allem, zu dem Ihr beigesteuert habt, das Wasserreinigungsprojekt wird dieses Jahr noch gemacht. Es gab und gibt Schwierigkeiten jede Menge. Niemand will hierher in diese Gegend und sein Leben riskieren.

    Seit unserer Taufe sind wir begnadete, aber auch gesandte. Die großen Feste des Kirchenjahres, Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind Sendetage. Dies wollen wir wieder auf uns wirken lassen und dafür wollen wir auch füreinander beten. Darum bitte ich Euch ganz besonders. Die Guerrillabewegung der FARC will wieder der Bevölkerung "nahekommen", sie schikanieren und demütigen. Dabei gibt es immer wieder Tote. Töten ist für sie kein Problem. Jeder Tote, nach ihrem "Denken", bringt sie schneller an die Macht. Ihre Gewalttätigkeit kann wohl nur durch inständiges Gebet besiegt werden.

    Für Euch hoffe und wünsche ich das Beste. Das Wasserreinigungswerk wird am 4. Dezember übergeben. Ein Traum geht in Erfüllung! Sauberes Trinkwasser gehört auch zur Menschenwürde. Zum Schuljahresende im Oktober gab es unter anderem 24 Abiturienten. Auch ein Glücksgefühl. Die Jugend ist weiterhin in Gefahr. Die Banden wollen sie rekrutieren und zu Kommandeuren machen.

    Euch und Euren Familien wünsche ich Gottes Segen!
    Euer dankbarer P. Vinzenz Maidhof

    August 2006

    Im August 2006 erreichte uns eine Nachricht von Pater Maidhof, der zwischenzeitlich in Granada (Kolumbien) tätig ist und dort ein agrartechnisches Gymnasium der Salesianer mit etwa 600 Schülern leitet. Dennoch fühlt er sich gegenüber Familien in Agua de Dios immer noch verpflichtet und betreibt dort auch weiterhin noch eine kleine Viehzucht.

    Er schreibt u.A.: "...Das ich wie immer zu wenig Geld habe für die Armen, auch die noch in Agua de Dios, wo ich schon 5 Mal war, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Ich kann und darf mich nicht beklagen, dass die befreundeten Katholiken und Pfarrer und auch Angehörige mir zu wenig gäben. Auf keinen Fall. Nur die Not ist halt zu gross um einen herum. Dabei habe ich heuer schon Schulden gemacht, um die tausend Euro herum. Verzeiht mir, wenn ich Euch angehe, mir in dieser Schwierigkeit zu helfen. Ich denke, Pfarrer Peter Nussbaum wird Euch helfen mit seinem Missionskreis. Ich weiss, dass es bei Euch auch Not gibt und die deutschen Katholiken im eigenen Land die Not auch nicht beschaulich betrachten können. Ich habe aber auch ein Opfer gebracht, ich bin nicht in den Urlaub gefahren, und das mit Fussballweltmeisterschaft. Nehmt das zur Kenntnis, bitte."

    Der Sachausschuss Mission-Entwicklung-Frieden konnte Pater Maidhof kurzfristig 800 Euro zur Verfügung stellen, die inzwischen auf dem Weg zu ihm sind. Wenn auch Sie Pater Maidhof und die von ihm betreuten Kinder und Familien unterstützen möchten, können Sie einen Betrag auf folgendes Konto überweisen:

    Kontoinhaber: Pfarrei St. Michael Amberg
    Kontonummer: 240 140 020
    Bank: Sparkasse Amberg-Sulzbach
    Bankleitzahl: 752 500 00
    Stichwort: Pater Maidhof


    Wir werden Ihre Spenden direkt nach Kolumbien weiter leiten!



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